Unser Projekt

 

Wer wir sind

Wir sind eine Gruppe von 20 jungen Menschen, die im Leipziger Stadtteil Volkmarsdorf selbstbestimmt und solidarisch zusammenleben. Im August 2015 haben wir unser Haus gekauft, um es dauerhaft vom Immobilienmarkt zu nehmen. Das Haus ist kein Privat-, sondern Gemeinschaftseigentum, es gehört unserer Haus-GmbH. Nun sind wir dabei, das Haus ökologisch sinnvoll und energieeffizient zu sanieren.

Der Anfang

Am Anfang stand ein Ausbauhaus – ein unsaniertes Haus, das zu günstigen Mietpreisen individuell von den Bewohner_innen ausgebaut werden kann. Mit dem Wunsch, den eigenen Wohnraum selbst gestalten zu können, zogen nach und nach 20 junge Menschen zwischen 20 und 32 Jahren in das Ausbauhaus in der Eisenbahnstraße 125. So standen die ersten Monate unter dem Zeichen des Bauens. Es wurde tagelang verputzt, gemauert, gefliest, gesägt, geschliffen, gehämmert und gebohrt, bis im März 2014 schließlich auch die letzte Wohnung bezogen werden konnte. Während dieser Ausbauphase standen wir uns mit Rat und Tat zur Seite, tauschten Werkzeuge aus und lernten uns mit der Zeit immer besser kennen. Doch damit fing alles erst richtig an.

Der Weg zum Entschluss

Nachdem alle Etagen bezogen waren, beschlossen wir, ein großes Eröffnungsfest zu feiern. Aus diesem Anlass begannen wir auch Dachboden, Keller und Hof umzugestalten. Aus dem staubigen und ungenutzten Dachboden wurde ein gemütlicher Ort zum Wohlfühlen für Gäste und die entstandene Hausgemeinschaft. Aus dem mit Schutt und Abfall überhäuften Innenhof entstand ein Platz mit Bühne, Bar, Bänken, selbstgebauter Hollywoodschaukel sowie Feuerstelle. Im feuchten Keller bauten wir ein Labyrinth, in dem sich der eine oder die andere verirren durfte. Alles wurde für das große Fest Anfang Mai herausgeputzt, das schließlich ein unvergessliches Erlebnis für alle Beteiligten werden sollte. Durch die gemeinsame Organisation und die Bau-Aktionen wuchs unsere Gemeinschaft noch weiter zusammen, und uns wurde bewusst, was wir alles zusammen erreichen können. Bald entstand die Idee, das Haus zu kaufen, um diesen Ort als freien Gestaltungsraum für uns und andere langfristig zu erhalten.

Was wir wollen

Wir wollen Freiräume für zukünftige Generationen erhalten und langfristig bezahlbare Mieten gewährleisten. Außerdem ist es uns wichtig, uns durch soziokulturelle Angebote in den Stadtteil zu integrieren.

Die Ladenflächen im Erdgeschoss sollen sowohl uns als Bewohner_innen als auch anderen interessierten Menschen einen Raum bieten, um Ideen zu verwirklichen. Ein Teil des Erdgeschosses ist schon ausgebaut und wird von unkommerziellen sozialen Initiativen genutzt, etwa für die Beratung von geflüchteten Menschen.

Für die verbleibende Fläche haben wir schon viele Ideen – von einer offenen Holzwerkstatt über öffentliche Kino- und Konzertveranstaltungen, Vorträge und Workshops bis hin zu Unterstützung für die Menschen aus dem Stadtteil. Sobald wir die Räume saniert haben, kann es losgehen.

Wie wir das erreichen

Unterstützt werden wir vom Mietshäusersyndikat, einer großen Solidargemeinschaft aus über 100 Projekten in Deutschland. Das Syndikat begleitet Hausprojekte auf ihrem Weg zum Kauf, unterstützt sie und vernetzt sie miteinander. Darüber hinaus kann das Syndikat mit einem Veto den Wiederverkauf des Hauses verhindern. Finanzieren konnten wir das Haus mit einem Kredit der GLS-Bank, vor allem aber dank zahlreicher Nachrangdarlehen von Unterstützer*innen.